Reiten in der Schule

AGs, Wahlfächer oder sogar Internat - vielfältige Möglichkeiten

Seit über 20 Jahren setzt sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung und die Landesverbände dafür ein, dass Reiten in den Schulalltag integriert wird. Im Jahr 2013 sind dem FN-Arbeitskreis Schulsport etwa 1.800 Schulen und Kindergärten bekannt, die bundesweit eine Kooperation mit Pferdesportvereinen oder Pferdebetrieben eingegangen sind und versuchen, den Reitsport in das Angebot der Schule zu integrieren.

Für viele Schüler gehören heute Reitprojekte und Reitunterricht zwar schon zum Schulalltag, "aber leider ist es uns noch immer nicht hundertprozentig gelungen, der breiten Öffentlichkeit klar zu machen, wie wertvoll aus pädagogischer Sicht der Umgang mit einem Pferd für Kinder ist," sagt Maria Schierhölter-Otte, Leiterin der FN-Abteilung Jugend. "Deshalb ist es unser Ziel, das Pferd und den Pferdesport noch stärker in der Schule zu verankern."

Wichtig ist es also, dass die Reitvereine und -betriebe noch aktiver werden, um Pädagogen und Politikern, die einzigartigen Möglichkeiten des Reitsports zu vermitteln. Reiten ist die einzige Sportart, die mit einem Lebewesen in partnerschaftlicher Weise gelernt und ausgeübt wird. Dadurch kann das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen gestärkt und die Konzentrationsfähigkeit sowie das Verantwortungsbewusstsein geschult werden. Das Erlernen des Reitens kann die Lernbereitschaft fördern und sich so positiv auf die schulischen Leistungen auswirken. Ebenso wird die Beweglichkeit und Koordination der Schüler verbessert, wodurch dem Reitsport auch gesundheitsfördernde Aspekte zukommen.

"Die Pferdesportvereine müssen aber auch akzeptieren, dass die Reitschüler von morgen nicht mehr automatisch in die Vereine kommen, sondern dass sie selber auf Schulen und Kindergärten zugehen müssen. Der demographische Wandel und die Einführung der verkürzten Gymnasialzeit verlangt eine flexiblere Ausrichtung des Vereinsangebotes", macht Schierhölter-Otte zusätzlich deutlich, dass die Eigeninitiative der Reitvereine in Zukunft noch stärker gefragt sein wird. Auch die Einführung der Gesamtschule kann negative Auswirkungen auf die Existenz der Reitvereine haben, andererseits bietet sie aber auch Chancen für die Etablierung des Reitsports.

Welche Angebotsmöglichkeiten gibt es?

Der Kreativität der Vereine sind keine Grenzen gesetzt. Die Erfahrungen haben aber gezeigt, dass sich Angebote in Zusammenarbeit mit der Schule vor allem außerhalb des Regelunterrichts umsetzen lassen. So dienen sie mehr dem Breitensport und der Nachwuchsförderung als dem Leistungssport. Folgende Beispiele sollen einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten im Schulwesen bieten. Dazu gehört natürlich auch das Voltigieren.

Arbeitsgemeinschaften und Wahlfach

Arbeitsgemeinschaften finden in der Regel am Nachmittag und auf freiwilliger Basis statt. Im Mittelpunkt der sogenannten AG’s steht der Einstieg in das Reiten oder Voltigieren. In Theorie und Praxis werden die Schüler an den Umgang mit dem Pferd herangeführt. Je nach Intensität kann das Ablegen eines FN-Motivations- oder Leistungsabzeichens angeboten werden. Reiten oder Voltigieren als Wahlfach findet einmal wöchentlich an zwei Stunden am Nachmittag statt, die Teilnahme wird im Zeugnis vermerkt.

Förderunterricht

In den Förderunterricht an Grund- und Förderschulen lässt sich der Umgang mit dem Pferd und Reitmaßnahmen besonders sinnvoll einbringen. Gleiches gilt für Projekte in Kindergärten und Kindertagesstätten.

Schulsporttage

Mit einem schlüssigen und ausgefeilten Programm kann ein Schultag als Veranstaltung genutzt werden, um allen Schülern Pferde und das Reiten näher zu bringen. Je nach regionalen Gestaltungsmöglichkeiten werden Schulsporttage von Schülern, Eltern und Lehrern gemeinsam organisiert.

Projekttage/Projektwochen

Projekttage und -wochen bieten die Möglichkeiten, erstmal in neue Sportarten hineinzuschnuppern. Der Reit- und Voltigiersport als Angebot kann sehr attraktiv sein, und vielleicht lässt sich ein Lehrerkollegium ja davon überzeugen...

Klassenausflüge

Die Anlagen von Reitvereinen, Reitbetrieben oder Reitsportzentren können eine Alternative zu sonstigen Ausflugszielen sein. Ein Tag mit den Pferden sollte für Schüler doch interessant und spannend sein.

Schullandheimaufenthalte oder Feriensportlehrgänge

Hier gilt gleiches wie bei den Klassenausflügen: Geeignete Reiterhöfe oder auf Reiterferien spezialisierte Anlagen bieten die Möglichkeiten für Schüler, den Pferdesport und das Lebewesen Pferd über einen längeren Zeitraum in Ruhe kennenzulernen. Innerhalb dieser Angebote sollen Schüler neben den traditionellen Sportarten auch neue oder Randsportarten kennenlernen.

Schulwettbewerbe und Schulsportreittag Reiten

Diese Veranstaltungen der Landesverbände Weser-Ems, Sachsen, Bayern und Hannover bieten Wettbewerbe gezielt für Schüler an. Je nach Ausschreibungen sind diese Veranstaltungen gezielt auf den Schulsport ausgerichtet. Hier haben die Schüler die Möglichkeit, sich in Wettkampfform im Reitsport zu präsentieren.

Schulsportbeauftragte in Baden-Württemberg:

Susanne Beier · Karl-Marx-Straße 22 · 68199 Mannheim · Telefon.: 0621 817246 · E-Mail: s.beier@flob.de

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